Beim Vergleich von Schmieden und Stanzen geht es in der Regel nicht um die Bezeichnung des Verfahrens. Vielmehr geht es darum, die richtige Ausgangsform (den “Rohling”) zu den besten Gesamtkosten zu erhalten – und dabei gleichzeitig die Leistungsanforderungen und Toleranzen der Zeichnung zu erfüllen. Und wenn man dann noch berücksichtigt, … CNC-Bearbeitung, Wärmebehandlung, Und schließlich wird die klügste Entscheidung viel deutlicher.
Dieser Artikel erklärt die Unterschiede zwischen Metallschmieden und Stanzen auf einfache und praktische Weise, damit Sie ohne langes Nachdenken den richtigen Weg für Ihr Bauteil wählen können.
Was ist Schmieden?

Schmieden ist ein Verfahren, bei dem Metall durch starken Druck, typischerweise mit einem Hammer oder einer Presse, geformt wird. Je nach Legierung und gewünschten Eigenschaften kann das Schmieden warm (unter Hitzeeinwirkung) oder unter anderen kontrollierten Bedingungen erfolgen. Schmieden wird häufig eingesetzt, wenn Bauteile hohen mechanischen Belastungen standhalten müssen – wie Ermüdung, Stoß, Drehmoment und langer Lebensdauer – insbesondere bei dickeren, dreidimensionalen Geometrien.
Wenn Ihr Bauteil wie ein kompaktes, “massives” Teil aussieht, das Lasten trägt, ist Schmieden oft die erste Option, die es wert ist, in Betracht gezogen zu werden.
Was ist Stempeln?
Stempeln Beim Pressen von Metallen werden Teile hergestellt, indem flaches Blech in eine Presse eingelegt wird, wo ein Werkzeugsatz das Material schneidet und formt. Das Stanzen umfasst Lochen, Ausklinken, Biegen, Prägen und andere Pressvorgänge. Es wird häufig für die Massenproduktion von Blechteilen eingesetzt, bei denen Geschwindigkeit, Wiederholgenauigkeit und niedrige Stückkosten im Vordergrund stehen.
Wenn Ihr Bauteil überwiegend aus Blechstärke mit Biegungen, Löchern und Formmerkmalen besteht, ist Stanzen in der Regel die naheliegendste Lösung.

Schmieden vs. Stanzen: Die einfachste Art der Auswahl
Hier ist die schnellste mentale Abkürzung.
Schmieden eignet sich in der Regel am besten für dicke, tragende 3D-Teile, die aus einem Block oder einer Stange gefertigt werden. Stanzen ist hingegen meist die beste Wahl für Blechteile aus Coils oder Blechen, bei denen das Teil aus einem flachen Rohling mit Löchern, Biegungen oder Konturen geformt wird.
Wenn Ihr Bauteil so aussieht, als ließe es sich flach abwickeln, eignet es sich oft zum Stanzen. Wenn es hingegen wie eine kompakte, dreidimensionale Masse aussieht, die Lasten aufnimmt, ist Schmieden wahrscheinlicher.
Geschmiedete vs. gestanzte Teile: Wichtige Unterschiede, die wirklich zählen
Ausgangsmaterial und Teilegeometrie
Das ist der größte Unterschied. Schmieden beginnt mit massivem Metall und formt es in eine nahezu endgültige 3D-Form. Stanzen beginnt mit Blech und formt bzw. schneidet es in die gewünschte Form, wobei die Wandstärke im gesamten Bauteil in der Regel gleich bleibt. Wenn Sie sich zwischen Schmiede- und Stanzteilen entscheiden müssen, sollten Sie hier ansetzen – denn die Geometrie bestimmt meist alles Weitere.
Kraft und Leistung
Schmieden wird häufig für leistungskritische Bauteile eingesetzt, da es sich unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen als zuverlässig erweist. Es findet gängige Anwendung bei Schwerlastmaschinen und Antriebssträngen, wo Ermüdung, Stöße und Drehmomente eine wichtige Rolle spielen. Auch Stanzen ermöglicht die Herstellung fester und langlebiger Teile, wird aber typischerweise für Blechanwendungen gewählt, bei denen Geometrie und Produktionseffizienz wichtiger sind als die Festigkeit dickerer Bleche.
Volumen und Produktionsgeschwindigkeit
Stanzen ist eine der schnellsten Methoden zur Serienfertigung von Teilen. Sobald das Werkzeug fertig ist, ist der Durchsatz extrem hoch und die Wiederholgenauigkeit exzellent. Daher eignet sich Stanzen besonders für mittlere bis sehr hohe Stückzahlen. Auch Schmieden ist skalierbar, wird aber besonders attraktiv, wenn das Teil hohe Leistung erfordern oder wenn das Schmieden nahe der Endform die Bearbeitungszeit und den Ausschuss im Vergleich zur Bearbeitung aus Vollmaterial reduziert.
Toleranzen und Oberflächenbeschaffenheit
Hier erleben viele Projekte Überraschungen. Geschmiedete und gestanzte Teile können zwar “fertig” aussehen, doch wenn Ihre Zeichnung enge Bezugspunkte und funktionale Schnittstellen aufweist, ist in der Regel eine Nachbearbeitung erforderlich. Lagersitze, Präzisionsbohrungen, Dichtflächen, Planheitsanforderungen, Gewinde und enge Positionstoleranzen erfordern typischerweise eine CNC-Bearbeitung. Daher hängt die Frage der Toleranzen beim Schmieden im Vergleich zum Stanzen oft davon ab, wie viel Nachbearbeitung nach dem Umformen noch nötig ist.“
Endformnahe Bearbeitung: Wo oft die größten Einsparungen erzielt werden
Durch die Kombination des richtigen Umformverfahrens mit dem richtigen Bearbeitungsplan lassen sich viele Kosten einsparen.
Durch Schmieden lässt sich die CNC-Bearbeitungszeit im Vergleich zur Bearbeitung eines Teils aus einem Vollmaterial deutlich reduzieren, da ein Rohling nahezu die Endform vorgibt. Beim Stanzen können mit der Presse Löcher, Formen und Biegungen effizient hergestellt werden – für Merkmale, die enge Toleranzen oder funktionelle Anforderungen erfüllen müssen, ist jedoch möglicherweise eine selektive Nachbearbeitung erforderlich. In beiden Fällen geht es bei der endformnahen Bearbeitung darum, unnötigen Materialabtrag zu minimieren und gleichzeitig die Zeichnung an den entscheidenden Stellen präzise zu treffen.
Eine praktische Herangehensweise ist: Man verwendet Schmieden oder Stanzen, um die Form effizient zu erzeugen, und anschließend CNC-Bearbeitung, um das Teil präzise herzustellen.
Stanzen vs. Schmieden: Was bestimmt die Gesamtkosten?
Wenn Sie die Kosten für Stanzen und Schmieden vergleichen, sollten Sie nicht nur den Stückpreis betrachten. Vergleichen Sie die gesamten Kosten inklusive Werkzeugkosten, Ausschuss, Bearbeitungszeit, Nachbearbeitung, Qualitätskontrolle und Lieferzeit.
Was treibt typischerweise die Schmiedekosten an?
Die Schmiedekosten hängen von der Werkzeugkomplexität, der Annäherung des Schmiedeteils an die Endform, der Materialausnutzung, etwaigen Erwärmungs-/Wärmebehandlungsschritten und der anschließenden Nachbearbeitung ab. Auch wenn Schmiedewerkzeuge nicht günstig sind, kann das Schmieden die Gesamtkosten senken, wenn es die Bearbeitungszeiten verkürzt und den Ausschuss reduziert.
Was treibt typischerweise die Stanzkosten an?
Die Stanzkosten hängen von der Werkzeugmethode (einfaches Werkzeug vs. Folgeverbundwerkzeug), der Materialausnutzung, der Presseneinrichtung/Automatisierung und Nachbearbeitungsschritten wie Entgraten, Beschichten, Einlegen von Einsätzen, Schweißen oder selektiver Bearbeitung ab. Stanzen ist in der Regel dann vorteilhaft, wenn sich das Bauteil gut mit Blechen bearbeiten lässt und die Stückzahlen hoch genug sind, um die Werkzeugkosten auf viele Teile zu verteilen.
Schmieden vs. Stanzen: Wann welche Methode sinnvoll ist

Wann ist Schmieden in der Regel die bessere Wahl?
Schmieden ist im Allgemeinen die bessere Wahl, wenn Ihr Bauteil zyklischen Belastungen, Stößen oder Drehmomenten standhalten muss; wenn es dicke Wandstärken oder eine kompakte 3D-Geometrie aufweist; und wenn Sie von einem endkonturnahen Rohling profitieren können, der die CNC-Bearbeitungszeit reduziert. Typische Beispiele sind Wellen und Wellenenden, Zahnradrohlinge und Naben, Kupplungen/Gelenke und hochfeste Flansche.
Wann ist Stempeln in der Regel die bessere Wahl?
Stanzen ist in der Regel die bessere Wahl, wenn das Bauteil aus Blech mit weitgehend gleichmäßiger Dicke besteht, eine hohe Wiederholgenauigkeit bei hohem Durchsatz erfordert und Merkmale wie Löcher, Laschen, Biegungen, Prägungen, Lüftungsschlitze oder Konturen aufweist. Typische Beispiele sind Halterungen und Klammern, Abdeckungen und Schutzvorrichtungen, Gehäuse und Blechrahmen sowie Gehäusekomponenten.
Eine Checkliste für die schnelle Entscheidungsfindung, die Sie vor dem Versenden einer Angebotsanfrage verwenden können.
Beginnen Sie mit der Ausgangsform des Bauteils. Bei Blechen bietet sich Stanzen in der Regel an. Bei Vollmaterial ist Schmieden meist der richtige Ausgangspunkt. Berücksichtigen Sie anschließend die zu erwartenden Belastungen und die benötigte Jahresmenge. Ermitteln Sie danach die kritischen Maße – enge Funktionsschnittstellen erfordern in der Regel eine Nachbearbeitung. Vergleichen Sie abschließend die gesamten Lieferkosten anstelle des Einzelpreises, da Werkzeugkosten, Bearbeitung, Ausschuss und Nachbearbeitung das Ergebnis maßgeblich beeinflussen können.
Häufig gestellte Fragen: Schmieden vs. Stanzen
Sind Schmiedeteile stabiler als Stanzteile?
Schmiedeteile werden häufig für hochbelastete Bauteile gewählt, da sie sich in der Regel unter anspruchsvollen Belastungen wie Ermüdung, Stoß und Torsion bewährt haben. Auch Stanzteile können sehr fest sein, wenn sie für Blechbearbeitung ausgelegt sind und die Belastungsbedingungen der Konstruktion entsprechen.
Ist Stanzen immer günstiger als Schmieden?
Stanzen erzielt bei hohen Stückzahlen oft sehr niedrige Stückkosten, ist aber nicht automatisch in jedem Fall günstiger. Werkzeugkomplexität, Materialausnutzung, Nachbearbeitungen und erforderliche Nachbearbeitung können die Gesamtkosten beeinflussen. Der richtige Vergleichspunkt sind die gesamten Lieferkosten, nicht nur der Stückpreis.
Müssen geschmiedete oder gestanzte Teile noch CNC-bearbeitet werden?
Oft ja. Wenn Ihre Zeichnung enge Passungen, Lagersitze, Dichtflächen, Ebenheitsanforderungen, Präzisionsbohrungen, Gewinde oder enge Positionstoleranzen über Bezugspunkte hinweg beinhaltet, ist in der Regel eine CNC-Bearbeitung erforderlich, um die endgültige Spezifikation zu erfüllen.
Welche Methode eignet sich besser für komplexe 3D-Formen?
Schmieden eignet sich im Allgemeinen besser für dicke, tragende 3D-Teile. Stanzen ist besser geeignet für komplexe Blechteile wie Löcher, Biegungen, Formteile und gezogene Konturen – insbesondere bei relativ gleichmäßiger Dicke.
Welche Methode ist am besten geeignet, die Gesamtkosten zu senken: Schmieden oder Stanzen?
Die kostengünstigste Strategie besteht in der Regel darin, das passende Rohlingsbearbeitungsverfahren (Schmieden oder Stanzen) zu wählen und anschließend nur die kritischen Merkmale nachzubearbeiten. Wenn der Rohling optimal auf das Bauteil abgestimmt ist, reduzieren Sie Ausschuss und CNC-Arbeitsstunden und erfüllen dennoch die Zeichnungsvorgaben.
Fazit
Auswahl zwischen Schmieden vs. Stanzen Letztendlich kommt es auf Geometrie, Belastungsanforderungen, Volumen und den Bearbeitungsaufwand an, der nötig ist, um die Zeichnung zu erfüllen. Stanzen ist in der Regel die beste Methode für Blechteile mit großen Stückzahlen, die Löcher und Biegungen aufweisen. Schmieden ist hingegen meist die beste Wahl für hochfeste, dickwandige 3D-Teile, bei denen die mechanischen Eigenschaften im Vordergrund stehen.
Um schnellstmöglich die richtige Entscheidung zu treffen, halten Sie folgende Informationen bereit: Ihre Zeichnung, das Material, das Jahresvolumen und die toleranzkritischen Merkmale. Damit lässt sich unkompliziert Schmieden oder Stanzen (oder eine Kombination aus beidem) empfehlen, um die Gesamtkosten im Rahmen zu halten und gleichzeitig die Qualitätsanforderungen zu erfüllen.







